Starkes Weihnachtskonzert des Nürtinger Hölderlin-Gymnasiums

Abwechslungsreiches und stimmungsvolles Weihnachtskonzert des Hölderlin-Gymnasiums in der Nürtinger Stadtkirche. Musik wird am Hölderlin-Gymnasium das ganze Jahr über großgeschrieben. Doch ein besonderes Ereignis stellt alle Jahre wieder das Weihnachtskonzert dar. Schon der erste Blick in das Programmheft versprach ein buntes und abwechslungsreiches Programm: Stücke aus der Barockzeit, Weihnachtslieder, teils klassisch, teils verjazzt.

Stattliches Aufgebot an jungen Sängern und Musikern beim Weihnachtskonzert des Hölderlin-Gymnasiums Foto: privat

 

Nürtinger Zeitung - Peter Witzmann

 

Was das Programmheft nicht verraten konnte: die vielen kreativen Einfälle, die pfiffigen, verspielten Arrangements, die sich zu fantasievollen Interpretationen entpuppten. Die Jüngsten im Vororchester eröffneten unter der Leitung von Ralf Ellinger den Reigen unter anderem mit Peter Tschaikowsky und dem gekonnt vorgetragenen Händel-Klassiker „Joy to the World“, der die bis auf den letzten Platz gefüllte und festlich geschmückte St.-Laurentius-Kirche auch akustisch in weihnachtliche Stimmung versetzte.

Die Chöre der Klassen 5 bis 8 boten mit ihren Dirigenten Benedikt Brändle und Tobias Flick getrennt und vereint eine breite Palette musikalischer Highlights, die das Publikum auf eine weihnachtliche Reise durch Raum und Zeit mitnahmen. Auf das ruhige Stück „Winter Wind“ und das beschwingte „Cold Snap“ folgten ukrainische Klänge („Nehm‘ ich die Bandura“), die wiederum im einnehmenden Lied „You raise me up“ gipfelten. In buchstäblicher Bedeutung des Titels schwollen Instrumente und Stimmen immer weiter an.

Ihr Können zeigten die Nachwuchsmusiker in der Mini-Big-Band mit formenreichen Variationen, die ein Mehr an Schwung, aber nicht weniger an Stimmung und internationalem Flair boten: „Feliz Navidad“, „Ihr Kinderlein kommet“, Cohens „Hallelujah“ – alle kreativ verjazzt und doch vertraut.

Der zweite Teil des Abends begann mit Werken des Barock

Hohen musikalischen Genuss bekam das Publikum auch im zweiten Teil des Abends geboten, den Schülerinnen und Schüler von der neunten Klasse bis zur Kursstufe gestalteten. Besonders stach auch hier der Variantenreichtum hervor. Die Welt des Barock eröffnete feierlich das Musik-Neigungsfach mit Händels „Tochter Zion“. Das Kammerorchester unter der Leitung von Florian Eisentraut begleitete zuerst das eigens für diesen Anlass zusammengestellte Vokalensemble bei einem Werk des böhmischen Haydn-Zeitgenossen F. X. Brixi und begeisterte anschließend mit Vivaldis Konzert C-Dur für Sopranino und Orchester. Dabei stach die besondere Leistung von Julia Stutz auf der Blockflöte hervor. „Jauchzet dem Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy führte unter der Leitung von Benedikt Brändle in die Welt des 19. Jahrhunderts, und das Sopran-Solo von Lioba Brändle in „Only in sleep“ beeindruckte eingerahmt von achtstimmigem Chor ebenso wie Benedikt Brändles „Gloria“ für Chor, zwei Klaviere und Schlagwerk.

Von dort aus eröffnete die HöGy Big Band den Reigen der verjazzten Stücke. Erkennbar und verfremdet, emotional und beschwingt spielten die jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Frank Schlichter „Jingle Bells“ und „Gloria in excelsis Deo“ in jazzigen Arrangements, in die sich Mambo-Rhythmen mischten, die wiederum zum Wippen und Schwingen animierten. Hier zeichneten sich vor allem Laura Oswald und Leyah Ntanyaiga als kraftvolle Sängerinnen aus.

Wohin gute musikalisch abgestimmte Mischung führen kann, erfuhren die Zuhörer beim gemeinsamen Auftritt von Kammerchor und HöGy Big Band. Das in beschwingtes Gospel-Feeling gekleidete „Hallelujah“ aus Händels „Messias“ animierte zum Mitklatschen. Den stimmungsvollen Schluss bot „O du fröhliche“, womit sich der Kreis wieder zum klassischen Weihnachtslied schloss. Hier beteiligten sich die Zuhörer und ergänzten in kräftigen Schlussakkorden ein variantenreiches und beeindruckendes Konzert. Die weihnachtliche musikalische Reise mit ihren vielen Höhepunkten stellte in ihrer besonderen Vielfalt das ganze Können der Musikerinnen und Musiker am Hölderlin-Gymnasium einmal mehr unter Beweis.

Die gute Nachricht zum Schluss: Das nächste HöGy-Konzert wird nicht lange auf sich warten lassen.